Drohnenstaffel übt an der Lahn
Ihr habt euch schon immer gefragt, wie die Feuerwehr bei einem Verkehrsunfall mit eingeklemmten Personen vorgeht?
Am vergangenen Sonntag konnten euch unsere Einsatzkräfte aus Niedergirmes zusammen mit dem Malteser Hilfsdienst dies demonstrieren. Nachdem der Verein Pro Polizei Wetzlar e.V. bei uns angefragt hatte, ob wir bei der 10. Wetzlarer Polizeischau unterstützen könnten, haben wir natürlich sofort zugesagt. Neben vielen anderen Mitstreitern aus dem Blaulichtbereich aber auch anderen Vereinen durften wir uns mit der Drehleiter aus Büblingshausen und dem Löschgruppenfahrzeug aus Niedergirmes präsentieren.
Unsere Feuerwehrfrauen und -männer konnten viele Fragen zu unserer Arbeit und unseren Fahrzeugen beantworten, auch eine Besichtigung der Fahrzeuge war möglich.
Mittags stand dann eine kleine Übung auf dem Programm. Zwei unserer Jugendfeuerwehrmitglieder mussten aus einem Fahrzeug „gerettet“ werden. Moderiert von Alexander Lotz staunten viele Zuschauerinnen und Zuschauer, wie unsere Ausrüstung zum Einsatz kam und die beiden Jugendlichen „gerettet“ wurden.
Wir bedanken uns an dieser Stelle nochmals recht herzlich, dass wir auch in diesem Jahr wieder dabei sein durften.
Samstagmittag wurden wir zu einem gemeldeten Zimmerbrand in einem Einfamilienwohnhaus in Hermannstein gerufen. Ein brennendes elektrisches Gerät führte zu einer erheblichen Verrauchung der betroffenen Wohnung.
Glücklicherweise erlosch der Brand noch vor Eintreffender Feuerwehr von selbst. Vier Personen, die sich zu diesem Zeitpunkt in der Wohnung aufhielten, wurden vom Rettungsdienst auf eine mögliche Rauchgasvergiftung untersucht, konnten jedoch vor Ort verbleiben und mussten nicht ärztlich behandelt werden.
Wir führten Nachlöscharbeiten sowie umfangreiche Belüftungsmaßnahmen durch, so dass die betroffenen Personen die Wohnung wieder nutzen konnten. Insgesamt waren 25 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Hermannstein, Niedergirmes, der Innenstadt und des Rettungsdienstes vor Ort.
Heute Morgen wurden wir zu einer beschädigten Gasleitung in die Wolfgang-Kühle-Straße in Wetzlar gerufen. Bei Tiefbauarbeiten in der Nähe des dortigen Kreisverkehrs wurde eine Leitung beschädigt, weshalb ein stechender Geruch in der näheren Umgebung, aber auch aus Kanalabdeckungen wahrnehmbar war.
Neben einem Großaufgebot von Polizei, Rettungsdienst sowie den Feuerwehren aus Garbenheim, Hermannstein, der Innenstadt inklusive der hauptamtlichen Kräfte, Niedergirmes und Steindorf war auch unser Umweltschutzzug vor Ort. In enger Zusammenarbeit mit dem zuständigen Energieversorger wurden umfangreiche Gasmessungen durchgeführt. Glücklicherweise ergaben diese Messungen keine Auffälligkeiten – es bestand keine akute Gefahr für die Anwohner oder die Umgebung. Niemand wurde verletzt.
Aufgrund der zunächst unklaren Lage wurden die Wolfgang-Kühle-Straße und die Garbenheimer Straße in beide Richtungen voll gesperrt. Die beschädigte Gasleitung wurde durch den zuständigen Gasversorger gesichert und repariert. Für weitere Reparaturmaßnahmen wurde die Sperrung nach Abrücken der Feuerwehr weiter aufrechterhalten.

Samstagvormittag wurden wir mit dem Alarmstichwort Verkehrsunfall mit eingeklemmter Person alarmiert. Auf der Bundesautobahn 45 kam es zwischen den Anschlussstellen Wetzlar Ost und Wetzlar Süd zu einem Alleinunfall sowie wenige Meter davor zu einem weiteren Verkehrsunfall. Insgesamt waren vier Fahrzeuge am Unfallgeschehen beteiligt, vier Personen wurden mittelschwer und eine Person leicht verletzt.
Durch die massiven Beschädigungen der Fahrzeuge wurden zwei Personen in ihren Fahrzeugen eingeschlossen und mussten mit technischem Gerät befreit werden. Eine Person wurde eingeklemmt und musste ebenfalls befreit werden.
Die Rettung und Versorgung der Verletzten erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst. Dieser war mit einem Großaufgebot an Rettungswagen der Malteser Wetzlar / Lahn-Dill sowie des DRK Rettungsdienst Mittelhessen, dem Organisatorischen Leiter Rettungsdienst, einem Leitenden Notarzt und mehreren Einsatzkräften der Polizei im Einsatz. Wir waren mit ca. 45 Einsatzkräften der Feuerwehren aus Garbenheim, Büblingshausen, Hermannstein und der Innenstadt sowie dem diensthabenden technischen Einsatzleiter und dem Pressesprecher vor Ort.
[box]Für die Dauer des Einsatzes war die Autobahn in Fahrtrichtung Hanau voll gesperrt, so dass es zu einem längeren Rückstau kam. An dieser Stelle sei noch einmal darauf hingewiesen, dass für eine schnelle Rettung die Bildung einer Rettungsgasse notwendig ist:
Seit dem 1. April verfügt die Wetzlarer Feuerwehr über eine Drohneneinheit. Sie kommt bei größeren Brand-, Rettungs- und Gefahrguteinsätzen zum Einsatz und ermöglicht den Einsatzkräften, sich aus sicherer Entfernung ein umfassendes Lagebild zu verschaffen. So können zum Beispiel Züge, die unter Umständen bis zu 750 Meter lang sein können, bei Unfällen umflogen werden, um sich einen Überblick über das Schadensausmaß zu verschaffen. Ebenso könnten Gefahrstoffe und das Ausmaß eines Gefahrgutaustritts aus der Ferne bestimmt werden.
Doch bevor das unbemannte Luftfahrzeug zum Einsatz kommen konnte, wurden die 12 ehrenamtlichen Mitglieder der Fachgruppe intensiv ausgebildet und in die Technik der Drohne eingewiesen. Die rund 4 Kilogramm schwere Drohne kann bis zu 40 Minuten lang fliegen. Da ein Akkuwechsel im laufenden Betrieb möglich ist, ist ein nahezu durchgehender Betrieb gewährleistet. Vier verschiedene Kameras (Flugkamera (FPV-Kamera), Weitwinkel-, Zoom- und Wärmebildkamera) ermöglichen dabei ein umfangreiches Einsatzspektrum. Im Gegenzug zu herkömmlichen Modellen kann die Drohne bauartbedingt auch bei widrigem Wetter wie Regen oder leichtem Schneefall eingesetzt werden.
„Es ist ein Projekt von allen Wehren der Stadt Wetzlar“, betonte Erwin Strunk, Leiter der Feuerwehr, bei Ausbildungsbeginn sowie der Gründung. So haben sich nach einer Ausschreibung Teilnehmer aus Blasbach, Büblingshausen, Garbenheim, Niedergirmes sowie Steindorf gefunden. Das Material ist zwar in Niedergirmes stationiert ist, dort aber nicht fest auf einem Einsatzfahrzeug verlastet, so dass es von allen an der Fachgruppe beteiligten Einheiten genutzt werden kann.
Die Drohne wurde offiziell vergangenen Dienstag im Rahmen der Wehrführerdienstversammlung in Wetzlar-Garbenheim durch Oberbürgermeister Manfred Wagner an die Mitglieder der Staffel übergeben.
Am Mittwochabend wurde die Feuerwehr Wetzlar zu einem Küchenbrand in einer Gaststätte in Dutenhofen alarmiert. Beim Eintreffen der ersten Einsatzkräfte konnte eine starke Verrauchung des Gebäudes festgestellt werden. Die Bewohner des Hauses hatten das Gebäude rechtzeitig verlassen, so dass keine Personen verletzt wurden.
Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehr konnte der Brand mit zwei Trupps unter schwerem Atemschutz schnell unter Kontrolle gebracht und eine weitere Ausbreitung verhindert werden.
Insgesamt waren über 30 Einsatzkräfte der Polizei, des Rettungsdienstes sowie der Feuerwehren aus Dutenhofen, Büblingshausen, Hermannstein und Münchholzhausen unter der Leitung von Dirk Greifenberg vor Ort.