Büblingshäuser Feuerwehr absolviert 107 Einsätze



Am vergangenen Samstag konnte der Grundstein für den Neubau der Feuerwache Wetzlar gelegt werden. Unter den Augen von Nachbarn, Gästen aus Politik und Hilfsorganisationen sowie den Verantwortlichen der Stadt konnten Oberbürgermeister Manfred Wagner, Baudezernent Dr. Andreas Viertelhausen, der Leiter der Feuerwehr Wetzlar, Erwin Strunk, die Wehrführerin der Kernstadtwehr, Claudia Meyer, und der verantwortliche Projektleiter, Thomas Grothe, eine Zeitkapsel in den Grundstein einlegen. Darin befinden sich ein Bild der Kinderfeuerwehr, ein Abzeichen der Feuerwehr Wetzlar, eine Tageszeitung, Münzen und eine Planungsbroschüre zum Bau. Oberbürgermeister Wagner erläuterte die Geschichte der alten Feuerwache und warum ein neues Gerätehaus notwendig geworden war. Dr. Viertelhausen wies in seiner Rede auf die Schwierigkeiten eines Neubaus dieser Größenordnung hin, der im Jahr 2025 fertiggestellt sein soll und für den rund 31 Millionen Euro veranschlagt sind.

Um effektiv und souverän in Einsätzen agieren zu können, ist eine fundierte Ausbildung in der Feuerwehr sehr wichtig. Vergangenen Sonntag trafen sich deshalb die Feuerwehren aus Blasbach und Hermannstein in Niedergirmes, um mit der dort ansässigen Wehr verschiedene Fertigkeiten zu trainieren. An mehreren Stationen wurden am Vormittag das Wissen um das Aufbauen eines Löschangriffs, das Aufstellen von tragbaren Leitern, der richtige Umgang bei der Technischen Hilfeleistung an Elektrofahrzeugen, das Anfertigen von Knoten sowie das Bedienen von Funkgeräten aufgefrischt. In einer weiteren Station wurde der Umgang mit Rettungsgeräten eines Rettungswagens durch ehrenamtliche Einsatzkräfte vom Malteser Wetzlar / Lahn-Dill vermittelt.
Nach einem gemeinsamen Mittagessen wurde der Ausbildungstag mit einer Abschlussübung im Bereich der Spinnereistraße in Wetzlar abgeschlossen. Im dort ansässigen DLRG-Gebäude ist es zu einem Brandgeschehen gekommen. Mehrere Personen befanden sich zu dem Zeitpunkt im Gebäude, eine konnte aus dem Gebäude entkommen, ist dabei aber in die Lahn gefallen – So zumindest das Szenario.
Gemeinsam mit Einsatzkräften der DLRG Kreisverband Lahn-Dill sowie vom Malteser Hilfsdienst konnte das Übungsszenario abgearbeitet, Menschen aus dem Gebäude sowie der Lahn gerettet und das fiktive Feuer bekämpft werden.
An der Übung beteiligt waren insgesamt circa 50 Einsatzkräfte.
Das gestrige Unwetter hat auch Wetzlar nicht verschont. Die Feuerwehren aus der Innenstadt, Nauborn, Niedergirmes, Büblingshausen, Hermannstein, Dutenhofen und Münchholzhausen mussten ausrücken. Insgesamt 22 Einsatzstellen galt es zu bewältigen. Dabei drang in fast allen Fällen Wasser in Wohnräume ein. Auch Gullideckel wurden durch die Wassermassen angehoben. Insgesamt waren circa 55 Feuerwehrleute im Einsatz. Verletzt wurde niemand.
Bei der gemeinsamen Jahreshauptversammlung der Wetzlarer Feuerwehren konnte der Leiter der Feuerwehr Wetzlar, Erwin Strunk, eine positive Bilanz des vergangenen Jahres ziehen. Trotz Pandemie, Energiekrise und Kriegsangst sei es der Feuerwehr gelungen, die Mitgliederzahl zu steigern und die Einsatzbereitschaft und Sicherheit für die Bürgerinnen und Bürger zu gewährleisten. So engagieren sich derzeit 339 ehrenamtliche Einsatzkräfte in der Feuerwehr Wetzlar. Der positive Trend bei den Mitgliederzahlen zeige sich auch bei den Kinder- und Jugendfeuerwehren, worüber man sich besonders freue. Insgesamt seien die Einsatzkräfte im Jahr 2022 zu 994 Einsätzen im gesamten Stadtgebiet ausgerückt. Dabei habe die Zahl der Brandeinsätze und der technischen Hilfeleistungen im letzten Jahr zugenommen.
Auch die vakante Stelle des stellvertretenden Leiters der Feuerwehr konnte inzwischen neu besetzt werden. Mit Thorsten Kraft wurde ein neuer stellvertretender Amtsleiter und stellvertretender Leiter der Feuerwehr in Personalunion gefunden. Trotz der positiven Entwicklungen bei der Feuerwehr fand Strunk auch ernste Worte. Das abgelaufene Jahr mit den vielen Waldbrandeinsätzen habe gezeigt, dass der Klimawandel die Feuerwehr in Zukunft vor neue Herausforderungen stellen werde, auf die man sich rechtzeitig vorbereiten müsse.
Oberbürgermeister Manfred Wagner dankte den Einsatzkräften und ihren Familien für ihre Zeit und ihr Engagement. Er erinnerte an die bundesweiten Übergriffe auf Einsatzkräfte zum Jahreswechsel und sicherte den Wetzlarer Einsatzkräften Unterstützung in allen Lagen zu. Dazu gehöre auch die Ausstattung, wie zum Beispiel die Feuerwehrgerätehäuser, die in Dutenhofen und Garbenheim in Planung und in der Innenstadt bereits im Bau seien. Auch Frank Steinraths (CDU) und Kreisbrandinspektor Harald Stürtz sowie Dr. Tobias Nowack von der Partnerfeuerwehr Ilmenau überbrachten ihre Grüße und dankten den Einsatzkräften für ihren Einsatz. Auch die Kinder- und Jugendfeuerwehrwarte Martina Henkel und René Kauferstein konnten berichten, dass die Angebote der Brandschützer für Kinder und Jugendliche gut angenommen würden. Die Mitgliederzahl habe sich in beiden Bereichen gesteigert. Man sei auch für die Zukunft zuversichtlich durch abwechslungsreiche Angebote und spannende Aktionen, welche sich an dem Interesse der Kinder ausrichten, neue Mitglieder gewinnen zu können.
Dirk Schmidt wurde von der Versammlung zum Vertreter der ehrenamtlichen Einsatzkräfte der Stadt Wetzlar gewählt. Er übernimmt dieses Amt bereits zum vierten Mal und wird die Interessen der Freiwilligen Feuerwehr vertreten.
Traditionell werden im Rahmen der Jahreshauptversammlung die Beförderungen zu den höchsten Dienstgraden der Feuerwehr vorgenommen. In diesem Jahr wurden Stephan Becker, Yusuf Colak, Björn Höbel, Matthias Hüller und René Kauferstein zu Brandmeistern befördert. Stephan Böhm, Simon Hildebrand und Karl-Ernst Seipp erhielten den Dienstgrad Oberbrandmeister. Patrick Bauer und Ralf Lautz wurden zum Hauptbrandmeister befördert.
Besonderen Applaus erhielten die Kameraden, die in den Feuerwehr-Ruhestand verabschiedet wurden. Aus dem aktiven Einsatzdienst scheiden Hans-Otto May, Benno Palzer, Michael Trägner, Walter Mair, Volker Lichert und Uwe Trinogga aus. Oberbürgermeister Manfred Wagner und Erwin Strunk dankten den Feuerwehrleuten für ihr langjähriges Engagement und ihren wertvollen Einsatz für die Stadt und ihre Bürger.
In einigen Feuerwehren der Stadt Wetzlar standen in diesem Jahr Wahlen zu den Wehrführern und deren Stellvertretern an. In den jeweiligen Jahreshauptversammlungen wurde einigen Personen die Aufgabe übertragen, ihre jeweilige Feuerwehr zu leiten und sich damit in besonderem Maße ehrenamtlich zu engagieren. Heute konnten der Oberbürgermeister der Stadt Wetzlar, Manfred Wagner, und der Leiter der Feuerwehr, Erwin Strunk, die Wehrführer in das Ehrenbeamtenverhältnis berufen.
Philipp Schmidt (Feuerwehr Blasbach), Manuel Rompf (Feuerwehr Innenstadt), Thomas Schneider (Feuerwehr Steindorf), Jens Feth (Feuerwehr Naunheim) sowie Frank Pelz, Ralf Lautz und Maximilian Buhl (alle Feuerwehr Garbenheim) und Alexander Lotz, Yusuf Colak und Michael Zylka (alle Feuerwehr Niedergirmes) leiten die Geschicke ihrer jeweiligen Wehren. Manfred Wagner dankte den Feuerwehrleuten für ihr großes Engagement. Auch der Leiter der Feuerwehr lobte den Einsatz für die Feuerwehren und betonte, dass eine gute Mischung aus erfahrenen und neuen Führungskräften wichtig sei, um fließende Führungsübergänge gestalten zu können. Wir gratulieren den Gewählten und wünschen viel Erfolg und alles Gute!
Das Jahr 2022 hielt für die Innenstadtwehr große Aufgaben bereit. Neben den Auswirkungen von Corona und dem Abriss der Feuerwache in der Ernst-Leitz-Straße musste die Innenstadtwehr ganz nebenbei auch noch zu 237 Einsätzen ausrücken. Dafür dankte Bürgermeister Dr. Viertelhausen den Einsatzkräften ebenso wie der Leiter der Feuerwehr Wetzlar, Erwin Strunk. Die 47 Feuerwehrmänner und 6 Feuerwehrfrauen aus der Kernstadt leisteten dabei an manchen Tagen Großes, wie Wehrführerin Claudia Meyer berichten konnte. So waren nicht nur die vielen Waldbrandeinsätze während der langen Trockenperiode im vergangenen Sommer eine besondere Herausforderung. Auch den Umzug einer ganzen Feuerwache erlebe man nicht alle Tage, so Meyer. Der Umzug in die Interimswache in der Siegmund-Hiepe-Straße, nur wenige Meter von der alten Feuerwache entfernt, sei nahezu reibungslos verlaufen und man habe sich mittlerweile gut in den Räumlichkeiten der Interimswache eingelebt.
Neben den Einsätzen bei den Wald- und Vegetationsbränden in der Region rückten die Feuerwehrleute zu 68 Brandeinsätzen und 59 technischen Hilfeleistungen aus. Besonders in Erinnerung blieb ein Tag, an dem die Einsatzkräfte zu 10 Einsätzen gerufen wurden. Insgesamt ist die Zahl der Fehlalarme im Vergleich zum Vorjahr weiter zurückgegangen.
Nach fünf Jahren stellte sich der zweite stellvertretende Wehrführer Marcel Bertuleit nicht mehr zur Wahl. Erwin Strunk, Dr. Andreas Viertelhausen und die Wehrführung sowie die Mannschaft dankten ihm für die gute Arbeit. Zukünftig wird Manuel Rompf gemeinsam mit Wehrführerin Claudia Meyer und ihrem Stellvertreter Matthias Golletz die Geschicke der Kernstadtwehr leiten. Für das Jahr 2023 freuen sich die Feuerwehrleute auf etwas mehr „Alltag“, auch wenn dieser mit genügend Überraschungen aufwarten wird. Unter anderem stehe wieder die Ausrichtung des Entenrennens an und auch beim Maustag werde die Kernstadtfeuerwehr wieder vertreten sein. Außerdem freue man sich auf die Grundsteinlegung der neuen Feuerwache in der Ernst-Leitz-Straße.
Verdiente Einsatzkräfte konnten sich über Ehrungen und Beförderungen freuen. So wurde Ali Dogan Arslan zum Feuerwehrmann-Anwärter und Daniel Rahn zum Löschmeister ernannt. Jaqueline Hergenreder wurde zur Feuerwehrfrau befördert. Joe-Tommy Dietrich, Dennis Maik Hirsch, Dustin Kristofer Popielarz, Jannes Rapp und Tobias Schuhmann konnten sich ebenfalls über eine Beförderung zum Feuerwehrmann freuen. Jannik Sproer wurde zum Oberfeuerwehrmann befördert. Viktoria Miebs wurde zur Hauptfeuerwehrfrau und Arne Streng zum Hauptfeuerwehrmann befördert. Matthias Golletz wurde zum Hauptbrandmeister befördert. Für ihr Engagement in der Kinderfeuerwehr wurden Isabelle Anschütz, Björn Kelschenbach und Dirk Greifenberg ausgezeichnet. Eine Besonderheit war die Beförderung von Claudia Meyer zur Hauptbrandmeisterin. Sie ist die erste Frau in der Geschichte der Stadt Wetzlar, der dieser Dienstgrad verliehen wurde.

Vorsichtig optimistisch blickte der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Hermannstein, Thomas Henkel, in seinem Jahresbericht bei der Jahreshauptversammlung in die Zukunft.
Im vergangenen Jahr konnte die Wehr vier neue Mitglieder für die Einsatzabteilung gewinnen. Mit einem Übertritt in die Ehren- und Altersabteilung sind nun 27 Aktive in der Einsatzabteilung tätig. Dennoch dürfe man nicht aufhören, weiter für den aktiven Dienst zu werben, denn auch diese Zahl sei noch zu gering, so Henkel.
Insgesamt mussten die Aktiven im vergangenen Jahr zu 120 Einsätzen und Brandsicherheitswachdiensten ausrücken. Die Aktiven trafen sich zu 49 Übungen und Ausbildungsveranstaltungen. Dazu wurden 14 Lehrgänge und Seminare besucht. Darüber hinaus konnte aufgrund der hervorragenden Integrationsarbeit in Hermannstein der Hessische Integrationspreis aus den Händen von Innenminister Peter Beuth entgegengenommen werden. Das Preisgeld wurde unter anderem in Geräte für die Brandschutzerziehung investiert. Thomas Henkel lobte die gute Jugendarbeit in Hermannstein. So erfreut sich die Kinderfeuerwehr weiterhin sehr guten Zuspruchs. Hier waren zum Jahresende 23 Kinder aktiv. Sie trafen sich elf Mal zu verschiedenen Aktionen. Auch die Jugendfeuerwehr hat zahlenmäßig noch einmal zugelegt. Hier waren zum Jahresende 21 Jugendliche aktiv. Insgesamt wurden hier 31 Gruppenstunden abgehalten.
Zum Abschluss gab es noch einige Beförderungen und Ehrungen. Ben Giese, Vincent Hassforth und Jan Mura wurden zu Feuerwehrmännern befördert. Max Schäfer ist nun Hauptfeuerwehrmann, Martina Henkel Löschmeisterin und Lisa Marie Lautenschläger Oberlöschmeisterin. Thomas Schäfer erhielt das Goldene Brandschutzehrenzeichen der Stadt Wetzlar und Jörg Gernand die Anerkennungsprämie des Landes Hessen für 30 Jahre ehrenamtlichen Dienst in der Einsatzabteilung.
